Geburt - Seite 3

„Blaues Kreißzimmer - Motto: „Das Fest des Lebens feiern!"
Begeistert, gibt ein Gefühl von Weite und Freiheit, öffnet uns für die höheren Dimensionen des Daseins.
Unterstützung für Frauen, die wissen, was sie wollen und im Augenblick brauchen, die sich mit spontaner Begeisterung dem Geburtsgeschehen hingeben können.
Stärkt Frauen mit wenig Selbstvertrauen, die unsicher sind, dazu neigen immer wieder andere um Rat zu fragen, die glauben, nicht zu wissen, was für sie selbst und das Kind gut und richtig ist."
Nachdem wir uns also im blauen Kreißzimmer niedergelassen hatten, kam Fr. Dr. Herold und setzte mir den Kreuzstich. Tobias sollte solange auf dem Gang warten.
Den Kreuzstich selber empfand ich nicht als sehr unangenehm, aber es war doch etwas anstrengend, die Wehen, die nach wie vor regelmäßig kamen, zu ertragen. Als der Stich endlich saß, dauerte es nicht mehr lange, bis die Schmerzen tatsächlich weniger wurden und zu guter Letzt ganz weg waren. Nun spürte ich nur mehr, dass der Bauch in regelmäßigen Abständen hart wurde.
Ich nutzte die schmerzfreie Zeit, um Kräfte für die nächsten Stunden zu tanken und konnte ein bisschen schlafen. Die nächste Muttermunduntersuchung ergab schon 5 cm Öffnung!
Um 19 Uhr war dann der Wechsel der Hebammen. Lisa wurde durch Birgit Lichtenberger abgelöst. Diese kümmerte sich auch sehr lieb um uns.
Bis ca. 21 Uhr ging es so dahin. Petra und Birgit schauten immer wieder zu uns herein. Aber es plätscherte alles eher so dahin. Immer noch dachten wir, dass uns allen noch eine lange anstrengende Nacht bevorstehen würde.
Durch die PDA waren die Wehen leider wieder schwächer und daher wurde ich an einen Wehentropf gehängt, um diese wieder in Gang zu bringen.
Bald zeigte sich auch eine Wirkung, denn um 21 Uhr hatte ich dann einen Blasensprung. Ich weiß noch, wie ich merkte, dass ich einfach ausrinne. ;-) Ich sagte nur; „Ich glaube, ich rinne!"
Etwas später merkte ich schon einen gewissen Druck nach unten. Da ich aber dachte, dass der Muttermund ja noch nicht offen sei, konnten es meiner Meinung nach noch keine Presswehen sein. Aber falsch gedacht. Als ich Birgit von dem Druck erzählte, tastete sie den Muttermund ab und siehe da – er war ganz verstrichen!!!! Das war eine Freude! Nun kamen wir ja doch noch vor Mitternacht zum Endspurt!
Sofort wurde auch Petra geholt, denn die Herztöne von Sarah gingen ein paar Mal sehr weit hinunter. Da es aber immer während der Wehen war, war das nicht so besorgniserregend. Mir machte das aber doch ziemliche Angst, da ich dachte, wir sind nun so weit gekommen, da darf jetzt doch nix mehr passieren.
Gottseidank war meine Angst völlig unbegründet. Denn nun hieß es „pressen" und „gut durchatmen". Teilweise hatte ich das Gefühl, dass ich Sarah da nie raus bekomme und tat dies auch laut kund. Ich wollte und konnte nicht mehr.
Dann zeigte mir Petra mit einem Spiegel, dass man den Kopf schon sehen konnte und ich konnte ihn auch schon begreifen. Das gab mir wieder etwas Mut und Kraft. Mit der tatkräftigen Hilfe von Birgit brauchte ich dann nur noch wenige Presswehen, bis der Kopf draußen war und schließlich unser Mädchen ganz herausflutschte. Das war um 22.42 Uhr!
Was war ich glücklich, als ich gesehen habe, dass sie sich bewegt und dann auch die ersten Töne von sich gab. Wir hatten nun wirklich ein lebendes Kind geboren, das sehr gesund aussah.
Sarah wurde gleich in die rote Decke eingewickelt, die wir extra für sie mitgenommen hatten - rot sollte sie an die Gebärmutter erinnern – und mir auf den Bauch gelegt. Sie war so süß und verknautscht mit einem richtig entzückenden Schmollmund.



Wir warteten dann darauf, dass die Nabelschnur auspulsierte.
Dann durfte Tobias diese durchschneiden.
Danach gab ich Sarah Tobias, damit er seine Tochter nun auch das erste Mal halten konnte.
Nachdem auch die Nachgeburt da war, wurde Sarah gewogen und gemessen. Wir waren alle darauf gespannt, wie schwer sie wohl sei. Laut den letzten Ultraschallschätzungen hatte sie rund 3200 g. Naja, was die Waage wirklich zeigte, war ein Kilo mehr – 4200 g bei einer Größe von 52 cm! Wenn ich das vorher gewusst hätte, wäre ich wohl nicht so locker an die Geburt herangegangen.
Dann kam noch der unangenehme Teil – da ich etwas gerissen bin, wurde ich dann genäht. Das war aber auch halb so wild.
Wir verbrachten dann noch etwas mehr als zwei Stunden zu dritt im Kreißzimmer. Wir konnten Sarah gar nicht genug anschauen, streicheln und küssen.
Zusammenfassend würde ich sagen, dass die Geburt aufgrund der langen Zeit, wo ich Wehen hatte, sehr anstrengend war und ich mir in diesen Stunden oft geschworen hatte, dass ich kein Kind mehr bekommen werde (was ich aber nach der Geburt wieder zurück genommen habe.). Die Stimmung war aber immer sehr gut und entspannt und der Schmäh lief bis zuletzt. Für jede weitere Geburt würde ich es mir genauso wieder wünschen.

Sarah mit Petra
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei „meinen" Hebammen Lisa und Birgit bedanken und natürlich bei Petra !!!
Und ein ganz großes Dankeschön geht an den großen Bruder von Sarah, unseren geliebten Paul. Er hat so gut auf sie und uns aufgepasst und wir sind davon überzeugt, dass er immer Sarahs großer Schutzengel sein wird!!!!